Kommunismus bezeichnet eine politische und wirtschaftliche Ideologie, die auf gemeinschaftlichem Eigentum an Produktionsmitteln und der Abschaffung von Klassen und Staat abzielt.
Siehe auch:
Planwirtschaft , Kollektivismus , Eigentumsrechte , Wirtschaftsrechnungsproblem
Der Begriff geht auf das lateinische communis (gemeinsam) zurück und wurde im 19. Jahrhundert durch Karl Marx und Friedrich Engels geprägt. In ihrer Theorie durchläuft die Gesellschaft zwingend historische Stufen: Auf den Kapitalismus folgt zunächst der Sozialismus, in dem der Staat die Produktionsmittel kontrolliert, bevor schließlich eine klassenlose, staatslose Gesellschaft entsteht, in der jeder nach seinen Fähigkeiten beiträgt und nach seinen Bedürfnissen erhält. Reale Versuche, dieses Ziel zu verwirklichen, etwa in der Sowjetunion oder in China unter Mao, blieben dauerhaft in der sozialistischen Übergangsphase stecken.
Befürworter sehen im Kommunismus eine Antwort auf Ausbeutung und strukturelle Ungleichheit. Sie argumentieren, Privateigentum an Produktionsmitteln ermögliche es einer Minderheit, die Arbeit der Mehrheit anzueignen, und nur kollektives Eigentum könne echte Freiheit für alle schaffen.
Aus freiheitlicher Perspektive steht dem eine grundlegende Kritik gegenüber. Ohne Privateigentum entfallen Eigentumsrechte und damit die materielle Grundlage individueller Selbstbestimmung. Das Wirtschaftsrechnungsproblem, das Ludwig von Mises formulierte, zeigt, dass ohne Preissignale aus freiwilligem Tausch keine rationale Ressourcenverteilung möglich ist. Historisch ging die Abschaffung privaten Eigentums stets mit massiver staatlicher Zwangsgewalt einher, weil Kollektivierung gegen den Willen der Betroffenen durchgesetzt werden musste.
