Ein Mesh-Netzwerk verbindet Geräte direkt untereinander, ohne zentrale Vermittlungsstelle; Daten werden über Nachbarknoten weitergereicht. Das macht sie ausfallsicher und schwer abschaltbar, aber nicht anonym.
Siehe auch:
LoRa-Messaging (Meshtastic) , Tor-Netzwerk , VPN , Open Source
Ein Mesh-Netzwerk ist ein Rechnernetz, in dem die Teilnehmer direkt miteinander verbunden sind und Daten über mehrere Stationen weiterreichen, bis sie ihr Ziel erreichen. Eine zentrale Vermittlungsstelle fehlt, jeder Knoten ist zugleich Sender, Empfänger und Weiche. Die Idee stammt aus der militärischen Forschung der 1970er Jahre, die Netze suchte, welche beim Ausfall einzelner Teile weiterlaufen. Heute findet man sie in Bürgernetzen wie Freifunk, in Boten-Apps wie Briar und in Funkgeräten, die über LoRa Nachrichten ohne Mobilfunknetz austauschen.
Technisch lebt ein Mesh davon, dass die Knoten selbst herausfinden, welche Wege offen sind. Fällt eine Station aus, suchen die übrigen automatisch eine andere Route. Jeder braucht dafür nur eine Funkverbindung zum nächsten Nachbarn, nicht zu einer Gegenstelle in der Ferne. Die Reichweite wächst mit der Zahl der Mitmachenden.
Für die Freiheit des Einzelnen zählt: Ein Mesh hat keinen Abschaltpunkt. Es gibt keinen Server, der beschlagnahmt, und keinen Anbieter, der gesperrt werden kann. Wer Zensur oder einen Ausfall der Infrastruktur fürchtet, kann mit Nachbarn ein eigenes Netz aufbauen; viele Bürgernetze entstanden genau aus diesem Wunsch nach Unabhängigkeit von kommerziellen Anbietern.
Wer ein Mesh nutzt, sollte die Grenzen kennen. Anonym ist es nicht von selbst, denn Zwischenstationen sehen, wer mit wem und wie viel spricht, solange die Inhalte nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt sind. Bandbreite, Reichweite und Akkulaufzeit bleiben begrenzt, weshalb Mesh eher für kurze Nachrichten als für große Datenmengen taugt. Achten Sie auf offenen Quellcode und standardmäßig aktive Verschlüsselung und klären Sie, welche Frequenzen und Sendeleistungen bei Ihnen erlaubt sind.
