Metadaten sind Daten über Daten: Sie beschreiben, wer wann mit wem kommuniziert hat, ohne den Inhalt selbst zu enthalten, und können dennoch ein detailliertes Persönlichkeitsprofil ergeben.
Siehe auch:
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung , Datensparsamkeit , Tor-Netzwerk , Chatkontrolle
Der Begriff setzt sich aus dem griechischen Präfix „meta“ (über, jenseits) und dem lateinischen „data“ (Gegebenes) zusammen. Metadaten beschreiben den Kontext einer Information, nicht ihren Inhalt. Bei einer E-Mail sind das Absender, Empfänger, Zeitstempel und Betreffzeile; bei einem Telefonat Rufnummern, Dauer und Standortdaten; bei einer Bilddatei Kameramodell, GPS-Koordinaten und Aufnahmezeit. Die eigentliche Nachricht bleibt dabei unberührt.
Trotzdem lassen sich aus Metadaten weitreichende Schlüsse ziehen. Wer täglich mit einem Arzt, einer Anwaltskanzlei und einer Selbsthilfegruppe telefoniert, verrät damit Gesundheitszustand, rechtliche Lage und persönliche Probleme, ohne ein einziges Wort preiszugeben. Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden nutzen Metadaten systematisch zur Erstellung sozialer Netzwerke und zur Verhaltensanalyse. Genau das macht sie für staatliche Überwachung attraktiver als verschlüsselte Inhalte.
Für die persönliche Freiheit ist der Unterschied zwischen Inhalt und Metadaten deshalb entscheidend: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt den Inhalt, lässt aber Metadaten offen. Wer auch diese schützen will, sollte auf Messenger wie Signal achten, der Metadaten gezielt minimiert, Tor für anonymes Surfen nutzen und bei Bildern vor dem Versand EXIF-Daten entfernen. Datensparsamkeit beginnt oft damit, gar keine Metadaten erst entstehen zu lassen.
Kritiker des Datenschutzes argumentieren, Metadaten seien harmlose Verkehrsdaten ohne Persönlichkeitsbezug und ihre Auswertung diene legitimen Sicherheitsinteressen. Aus freiheitlicher Sicht ist dem entgegenzuhalten, dass das Argument nur solange trägt, wie man dem jeweiligen Staat vollständig vertraut und davon ausgeht, dass die erhobenen Daten niemals zweckentfremdet werden.
