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Public Choice überträgt das Modell des eigeninteressierten Handelns auf Politiker, Bürokraten und Wähler und erklärt so, warum staatliche Entscheidungen oft dem Gemeinwohl widersprechen.

Siehe auch:
Rent-Seeking , Moral Hazard , Etatismus , Spontane Ordnung

Public Choice (auf Deutsch etwa „Theorie der öffentlichen Entscheidung“) ist ein Forschungsprogramm, das ökonomische Methoden auf politische Prozesse anwendet. Es geht auf Arbeiten von James Buchanan und Gordon Tullock zurück, die in den 1960er Jahren grundlegend dazu publizierten. Buchanan erhielt 1986 den Wirtschaftsnobelpreis für diesen Ansatz. Der Kerngedanke: Auch Politiker, Beamte und Interessengruppen handeln eigennützig, also nach persönlichem Vorteil, Wiederwahl oder Budgetwachstum, nicht automatisch nach dem Wohl der Allgemeinheit.

Daraus folgt eine nüchterne Sicht auf staatliches Handeln. Bürokratien neigen dazu, ihre eigenen Zuständigkeiten und Budgets auszuweiten. Politiker bevorzugen kurzfristig sichtbare Wohltaten gegenüber langfristig sinnvollen, aber unpopulären Maßnahmen. Gut organisierte kleine Gruppen setzen ihre Interessen auf Kosten der breiten Bevölkerung durch, weil sich für Einzelne der Widerstand kaum lohnt. Dieses Phänomen wird auch als Rent-Seeking bezeichnet.

Für Freiheitsfreunde liefert Public Choice ein analytisches Werkzeug, das den Glauben an den wohlwollenden, allwissenden Staat grundlegend erschüttert. Wer davon ausgeht, dass Marktversagen durch staatliche Eingriffe korrigiert werden kann, muss erklären, warum politische Entscheidungsträger immun gegen die Anreize sein sollen, die sonst jeden Menschen leiten. Public Choice zeigt: Sie sind es nicht.

Kritiker des Ansatzes wenden ein, er unterschätze intrinsische Motivation im öffentlichen Dienst und bürgerschaftliches Engagement. Manche sehen darin eine ideologisch gefärbte Begründung für Staatsabbau, die strukturelle Machtungleichgewichte im Markt ausblendet. Diese Einwände sind ernst zu nehmen, ändern aber nichts daran, dass die Grundeinsicht, nämlich dass Anreize auch in der Politik zählen, empirisch gut belegt ist.

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