Rent-Seeking nennt man das Bemühen, Einkommen über politisch geschaffene Privilegien statt über Marktleistung zu erzielen. Die Aufwendungen dafür schaffen keinen neuen Wert, sie verlagern ihn nur.
Siehe auch:
Public Choice , Korporatismus , Preiskontrolle , Wohlfahrtsstaat
Rent-Seeking bezeichnet den Versuch, Einkommen nicht durch Leistung auf dem Markt zu erzielen, sondern durch politisch geschaffene Vorrechte. Der Begriff stammt aus der Public-Choice-Forschung. Gordon Tullock beschrieb 1967, wie Zölle und Monopole Ressourcen binden, Anne Krueger prägte 1974 den Ausdruck. Mit „Rente“ ist hier keine Altersrente gemeint, sondern der Zusatzgewinn aus einer knappen, staatlich abgesicherten Position, etwa einer Lizenz, einer Importquote oder einer Subvention.
Entscheidend ist, dass die Suche nach solchen Vorrechten selbst kostet: Lobbybüros, Anwaltskanzleien, Verbände, Wahlkampfspenden. Diese Aufwendungen erzeugen keinen neuen Wert, sie verschieben ihn. Volkswirtschaftlich ist das ein Verlust, auch wenn er in keiner Statistik als solcher auftaucht.
Für die Freiheit des Einzelnen hat das doppelte Folgen. Wer Zugang zu Entscheidern hat, gewinnt planbar. Wer nur arbeitet und tauscht, verliert im Verhältnis. Die Anreize wandern damit von Innovation und Kundennutzen hin zum Beziehungsmanagement. Wer Rent-Seeking für unvermeidlich hält, verweist darauf, dass es Interessengruppen in jeder Ordnung gibt. Der Einwand hat Gewicht. Er beschreibt aber ein Problem der Anreizregeln und rechtfertigt die Gunstwirtschaft nicht.
Abhilfe schaffen allgemeine Regeln statt Einzelfallgunst: gleiche Rechte für alle, keine Sonderlizenzen, offene Märkte. Je weniger Stellen es gibt, an denen sich ein Privileg erbitten lässt, desto weniger Kraft fließt in dieses Spiel.
