In Defense of Deflation
Deflation gilt als wirtschaftliches Schreckgespenst, Philipp Bagus dreht den Spieß um und fragt, wem diese Angst eigentlich nützt.
- Niveau
- Fortgeschritten
- Erschienen
- 2016
- Verlag
- Springer International Publishing
- ISBN
- 3319366769
Worum es geht
Kaum ein Begriff löst unter Ökonomen und Notenbankern so viel Unbehagen aus wie Deflation. Sinkende Preise gelten als Vorbote von Rezession, Massenarbeitslosigkeit und wirtschaftlichem Stillstand. Philipp Bagus, Wirtschaftsprofessor und Vertreter der Österreichischen Schule, nimmt diese Überzeugung beim Wort, und unterzieht sie einer gründlichen Prüfung.
Sein zentrales Argument: Nicht jede Deflation ist gleich, und die pauschale Verurteilung sinkender Preise vermengt grundverschiedene Phänomene. Bagus unterscheidet zwischen einer Deflation, die aus realem Produktivitätswachstum entsteht, und jener, die durch Kreditkontraktion oder staatliche Eingriffe ausgelöst wird. Erstere, so seine These, ist ein Zeichen wirtschaftlicher Gesundheit, sie gibt Kaufkraft an die Bevölkerung zurück, ohne dass dafür jemand zahlen muss.
Zwei historische Fallstudien vertiefen die theoretische Analyse: das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft nach dem Bürgerkrieg, das von fallenden Preisen begleitet wurde, sowie die Kreditdeflation in Deutschland während der Großen Depression. Beide Episoden zeigen, wie unterschiedlich Deflation verlaufen kann, und wie wichtig es ist, die jeweiligen Ursachen zu kennen, bevor man politische Schlüsse zieht.
Das Buch richtet sich an Leser, die bereit sind, gängige geldpolitische Annahmen zu hinterfragen. Es setzt grundlegendes volkswirtschaftliches Interesse voraus, verzichtet aber auf unnötige Fachsprache. Wer verstehen möchte, warum Zentralbanken Inflation systematisch bevorzugen und welche Interessen dahinterstehen könnten, findet hier eine argumentativ dichte, gut belegte Grundlage für ein eigenes Urteil.
