Zusammenfassung
Vom 24. bis 26. Juli 2026 fand am Badesee Gerlebogk in Sachsen-Anhalt das AfueraFest statt, das größte libertäre Sommerfest im deutschsprachigen Raum. Rund 500 Teilnehmer, nach unserem Eindruck deutlich mehr, erlebten drei Tage voller Vorträge, Gesprächsrunden, Musik und Freizeitprogramm. Wir waren vor Ort und berichten von einer Veranstaltung, die vor allem eines gezeigt hat: Freiheitsliebende Menschen jeden Alters treffen sich friedlich, diskutieren kontrovers und feiern gemeinsam. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, findet in diesem Beitrag unsere Eindrücke, eine Einordnung der medialen Rahmung solcher Veranstaltungen sowie eine herzliche Einladung, diesen Artikel zu teilen.
Ankunft in Sachsen-Anhalt
Schon die Anreise stimmte uns positiv. Ob beim Bäcker, an der Tankstelle oder in unserer Unterkunft: Überall wurden wir mit einer Freundlichkeit empfangen, die keineswegs selbstverständlich ist. Die Sachsen-Anhalter dürfen hier gerne als Vorbild für andere Bundesländer dienen. Der Badesee Gerlebogk selbst erwies sich als ideale Kulisse: Sonne, Wasser und eine weitläufige Wiese, auf der sich Bühnen, Stände und Zeltplätze verteilten.
Ein Programm zwischen Mises und Musik
Das Programm bot vom Freitagnachmittag bis zum Sonntagnachmittag eine dichte Abfolge von Vorträgen, Gesprächspanels und Workshops, aufgelockert durch Live-Musik, eine Karaoke-Nacht und sogar eine Filmvorführung. Die inhaltliche Bandbreite war beachtlich: Frauke Petry sprach über die negative Einkommenssteuer, Thorsten Polleit lieferte mit «FREIHEIT – Beipackzettel und Gebrauchsanweisung» eine ebenso fundierte wie unterhaltsame Einführung, Philipp Bagus zeigte auf, wie Umweltschutz ohne Staat funktionieren kann, und Rainer Zitelmann erklärte, warum das Nullsummendenken einer der hartnäckigsten Denkfehler unserer Zeit ist.
Besonders bewegend war der Beitrag von Benjamin Mudlack, der unter dem Titel «Der Weg zur Freiheit» einen Nachruf auf den kurz zuvor verstorbenen Ökonomen Antony P. Mueller hielt. Wer sich für praktische Wege in die Freiheit interessierte, kam bei Rahim Taghizadegan und bei Titus Gebels Vortrag über Free Cities auf seine Kosten, während Johannes Kaiser aus erster Hand über den libertären Wandel in Chile berichtete. Dazu kamen Panels zur aktuellen Politikanalyse mit Markus Krall und Oliver Gorus, zur Frage «Ohne Dexit kein Afuera?» sowie eine Gesprächsrunde, die das Verhältnis von Libertarismus und staatstragendem Konservatismus auslotete. Langeweile war unter diesen Umständen schlicht keine Option.
Stände, See und Cornhole
Auf dem Gelände reihten sich Stände mit Literatur, Merchandise und Produkten rund um Bitcoin und andere Kryptowährungen aneinander, dazu Dienstleistungen und Angebote rund um die persönliche Freiheit des Einzelnen. Wer eine Pause vom Denken brauchte, fand am Strandbad, beim Bogenschießen, am Tischkicker oder beim Wikingerschach reichlich Gelegenheit dazu. Morgens gab es Yoga an der Hauptbühne, abends Live-Bands und einen DJ, und wer etwas loswerden wollte, konnte dies am Speakers Corner tun, getreu dessen Motto: Sprich aus, was du zu sagen hast.
Wer war da?
Der Veranstalter gibt rund 500 Teilnehmer an, wobei wir die tatsächliche Zahl deutlich höher schätzen, denn der Badesee war frei zugänglich und so mischten sich auch zahlreiche Camper unter die Festbesucher. Das Publikum bestand nach unserer Schätzung zu etwa 60 Prozent aus Männern und zu 40 Prozent aus Frauen, der Altersdurchschnitt lag bei ungefähr 40 Jahren. Auffällig viele junge Menschen waren anwesend, was zeigt, dass das Thema Freiheit auch die junge Generation bewegt und keineswegs ein Anliegen einer schrumpfenden Minderheit ist.
Ein Wort zur Berichterstattung
Einige Pressevertreter waren vor Ort, und wir hoffen auf eine faire Berichterstattung. Die Erfahrung des Vorjahres mahnt allerdings zur Wachsamkeit: Das AfueraFest 2025 wurde von Stimmen aus dem linksradikalen Antifa-Umfeld als frauenfeindlich, menschenverachtend oder gar teilweise rechtsradikal geframed, getreu dem Motto, dass etwas hängen bleibt, wenn man nur genug Dreck wirft. Die Methode ist bekannt: Einzelne, bewusst zugespitzte Aussagen von Rednern, etwa «Steuern sind Raub» oder «Der Staat muss radikal gekürzt werden», werden in bester Cherry-Picking-Manier aus dem Zusammenhang gerissen und als demokratiefeindlich etikettiert, um freiheitsliebende Menschen zu diskreditieren. Dabei gehören provokante Thesen selbstverständlich zum demokratischen Diskurs, denn eine Demokratie, die Zuspitzung nicht mehr erträgt, hat ein Problem mit sich selbst und nicht mit ihren Kritikern.
Deshalb hier unsere Richtigstellung aus erster Hand: Wir haben drei Tage lang zu einhundert Prozent friedliche Menschen erlebt, die sich für Privatsphäre interessieren, die nicht über Steuern, Abgaben und Inflation ausgebeutet werden wollen, und die sich am See treffen, um gemeinsam zu essen, zu diskutieren, zu Musik zu tanzen und die Sonne zu genießen. Am Montag darauf geht es für sie alle wieder los mit einem Staat, der mittlerweile in alle Lebensbereiche vorgedrungen ist, der überall mitbestimmen will und der offenbar davon ausgeht, dass der Bürger hilfsbedürftig, unmündig, naiv oder gar dumm sei. Die Teilnehmer des Festes setzen dem das Motto der Aufklärung entgegen: sapere aude, habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen. Viele von ihnen wünschen sich einen Staat, der sich auf wenige Kernaufgaben beschränkt, also auf innere und äußere Sicherheit sowie die Sicherung von Verträgen durch ein funktionierendes Rechtssystem. Manche gehen weiter und denken in Richtung Anarchie oder Anarchokapitalismus. Genau darüber wird auf dem Fest gestritten, und zwar offen, legal, legitim und demokratisch, ganz gleich, wie man selbst dazu stehen mag.
Diskursfreude statt Brandmauer
Ein Hinweis noch zu einem Panel-Teilnehmer der AfD aus dem bayerischen Landesverband, denn manch einer mag hier reflexhaft die vielbeschworene Verbindung der Libertären zur «neuen Rechten» wittern. Die Wirklichkeit sah anders aus: Der Politiker wurde zu libertären Themen teils sehr kritisch befragt, und bei einigen seiner Äußerungen kam aus dem Publikum hörbare Verwunderung oder gar deutliche Verneinung. Die Behauptung, Libertäre seien AfDler, ist also grundsätzlich falsch. Was Libertäre hingegen in jedem Fall sind: diskursfreudig. Jede Partei beziehungsweise deren Vertreter werden zur Diskussionsrunde eingeladen, denn es gibt keine Brandmauer, sondern es wird mit allen gesprochen, ob AfD oder Linke. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Linke wohl nie kommen würde, denn für zahlenaffine Libertäre wäre es schlicht zu einfach, deren Programm Stück für Stück zu zerlegen.
Fazit und Einladung
Das AfueraFest 2026 war ein Fest der Freiheit im besten Sinne: intellektuell anregend, menschlich herzlich und getragen von der Überzeugung, dass freie Menschen ihr Leben selbst gestalten können und wollen. Wer wissen möchte, wie libertäres Denken in der Praxis aussieht, dem sei ein Besuch im kommenden Jahr wärmstens empfohlen.
Und nun eine Bitte an Sie, liebe Leserinnen und Leser: Wenn Ihnen dieser Bericht gefallen hat oder Sie der medialen Rahmung solcher Veranstaltungen etwas entgegensetzen möchten, dann verlinken und teilen Sie diesen Beitrag. Jeder geteilte Artikel durchbricht ein Stück weit die Schweigespirale und zeigt anderen freiheitsliebenden Menschen, dass sie nicht allein sind. Senden Sie den Link an Freunde und Bekannte, teilen Sie ihn in Ihren Kanälen und tragen Sie so dazu bei, dass ein realistisches Bild dieses Festes die Runde macht, denn die beste Antwort auf Framing ist ein Augenzeugenbericht.
